Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1526859
Göttin 
XVahrh eit. 
71 
ausgehen. Wohl konnte Goethe die Wahrhaftigkeit 
seines Dichtens am Ende seines Lebens rühmenzl) 
"Ich habe in meiner Poesie nie affektiert. Was ich 
nicht lebte und was mir nicht auf die Nägel brannte 
und zu schaffen machte, habe ich auch nicht gedichtet 
und ausgesprochen. Liebesgedichte habe ich nur ge- 
macht, wenn ich liebte." 
Und so weit ging dieses Verhältnis zwischen seinem 
Leben und seinem Dichten, dal's er im Scherz einmal 
den Freunden schreiben konnte?) 
„Wenn es mit Fertigung meiner Schriften unter 
gleichen Konstellationen fortgeht, so mufs ich mich im 
Laufe dieses Jahres in eine Prinzessin verlieben, um 
den ffasso", ich mufs mich dem Teufel ergeben, um 
den ,Faust' schreiben zu können, ob ich in mir gleich 
zu beiden wenig Lust fühle. Denn bisher ist's so 
gegangen." 
Das, was er niederschrieb, quoll aus seinem Innersten, 
und die Gestalten, die seine Phantasie mit Leben be- 
gabten, standen ihm nahe wie leibliche Kinder. Er 
lachte und weinte mit ihnen. 
Das Gretchen-Drama zeigt, dal's er alle Gaben zum 
tragischen Dichter hatte. Aber so stark War der Anteil 
seines Gelnüts an dem, was er schuf, dal's er nur ganz 
selten sich auf dieses Gebiet wagte. Als Schiller 
schrieb, dafs ihn die Arbeit am [Wallensteiw sehr an- 
greife, antwortete er:3) "Ohne ein lebhaftes pathologisches 
 
 
1) Eckermann, 
Januar 1788.  
März I 8 30. 
An Schiller, 
 2) Ital. 
Dezember 
Reise, 
1797- 
Rom,
        

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