Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1526834
Gi 
ittin 
Wahrheit. 
69 
die einfachste, gefzilligste Form, so dals man also sagen 
kann: er steht auf dem höchsten Punkt der Vollendung." 
Schiller schreibt einmal an Humboldt iiber Goethezl) 
„Sie kennen seine solide Manier, immer von dem 
Objekt das Gesetz zu empfangen und aus der Natur 
der Suche heraus ihre Regeln abzuleiten." Das ist die 
Solidität, die Goethe von der Antike lernte, freilich nur 
deshalb lernte, weil sie ihm schon im Blute lag. 
Noch ein anderes Recht hatte er, die Wahrheit als seine 
Muse vor aller Welt hinzustellen. Er dichtete, weil er von 
Natur ein Dichter war: Er konnte nicht blofs dichten, 
hatte nicht blofs sein Vergnügen daran, sondern er 
mufste dichten. Ünd er dichtete nur, wenn er mufste. 
S0 durfte er die gleiche Wahrhaftigkeit im künstlerischen 
Bethätigen von andern verlangen. Ein junger Mensch, 
Johannes Erichson, fragte ihn  wie viele andere  
0b er sich ganz der Dichtkunst widmen solle; Goethe 
riet entschieden ab?) Denn, meinte er, auch der zur 
Dichtkunst Neigende und dazu gut Beanlagte müsse 
sich den Wissenschaften oder den Geschäften. des 
praktischen Lebens widmen, auch der Dichter braucht 
ja doch Kenntnisse. Weiter aber: „Erst alsdann, wenn 
Sie in einem dieser Kreise eine weite Bahn durchlaufen 
haben, werden Sie Ihres "Falentes gewifs werden. Be- 
mächtigt es sich aller Erfahrungen und Kenntnisse, die Sie 
gesammelt haben, mit Gewalt, weifs es alle die fremdesten 
Elemente in eine Einheit zu verbinden, so ist das 
Phänomen da, welches Sie zu wünschen scheinen, das 
1) November 1795, 
797, Weim. Ausg IV 
Bicdcrmann I, 
I 2, I I 1. 
178. 
Am 
Apri
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.