Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1526829
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Goethes 
Ästhetik. 
Sammlungen alle einfzwh-elegant, an 
Schränken und Portefeuillen keinerlei 
Überßufs. 
den Möbeln, 
Ziererei oder 
In seinen alten Tagen fuhr Goethe mit Eckermann 
wieder einmal zusammen aus; es war im Herbste, und 
die Fahrt ging diesmal südlich über bewaldete Hügel nach 
Berka zuß) An einer schönen Stelle stiegen sie aus, 
um zu frühstücken. Während sie afsen, zog ein mit- 
gebrachter Korb ihre Aufmerksamkeit auf sich; er war 
aus Binsen geflochten und hatte zwei Handgriffe. 
"Ich habe ihn," sagte Goethe, „aus Marienbad mit- 
gebracht, wo man solche Körbe in allen Gröfsen hat, 
und ich bin so an ihn gewöhnt, dafs ich nicht reisen 
kann, ohne ihn bei mir zu führen. Sie sehen, wenn er 
leer ist, legt er sich zusammen und nimmt wenig Raum 
ein; gefüllt dehnt er sich nach allen Seiten aus und 
tafst mehr, als man denken sollte. Er ist weich und 
biegsam und dabei so zähe und stark, dafs man die 
schwersten Sachen darin fortbringen kann. Auf meinen 
mineralogischen Exkursionen in den böhmischen Ge- 
birgen ist er mir besonders zu statten gekommen. Jetzt 
enthält er unser Frühstück. Hütte ich einen Hammer 
mit, so möchte es auch heute nicht an Gelegenheit 
fehlen, hin und wieder ein Stückchen abzuschlagen und 
ihn mit Steinen gefüllt zurückzubringen." 
„_Er sieht sehr malerisch und sogar antik aus," be- 
merkte Eckermann. 
„Sie haben recht," sagte Goethe, „er kommt der 
Antike nahe, denn er ist nicht allein so vernünftig und 
zweckmlifsig als möglich, sondern er hat auch dabei 
Eckcrmann, 
September 
1827- 

        

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