Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1526800
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Goethes 
Ästhetik. 
„Das antike Magische und Zauberische hat Stil, das 
moderne nicht. Das antike Magische ist Natur, menschlich 
betrachtet, das moderne dagegen ein blofs Gedachtes, 
Phantastisches. 
„Das Antike ist nüchtern, modest, gemiifsigt, das 
Moderne ganz ztigellos, betrunken. Das Antike erscheint 
mir als ein idealisiertes Reales, ein mit Grofsheit (Stil) 
und Geschmack behandeltes Reales; das Romantische 
ein Unwirkliches, Unmögliches, dem durch die Phantasie 
nur ein Schein des Wirklichen gegeben wird. 
"Das Antike ist plastisch, wahr und reell; das 
Romantische täuschend wie die Bilder einer Zauber- 
laterne, wie ein prismatisches Farbenbild, wie die 
atmosphärischen Farben. Nämlich eine ganz gemeine 
Unterlage erhält durch die romantische Behandlung 
einen seltsamen wunderbaren Anstrich, wo der Anstrich 
eben alles ist und die Unterlage nichts."  
Aus derselben Wahrheitsliebe heraus mufste er auch 
die in. seinen alten Tagen auftauchenden gotischen 
Möbel ablehnen, die ja nicht blofs mit einer ihm un- 
sympathischen Geistesrichtung zusammenhingen, sondern 
noch die besondere Unwahrheit hatten, dafs sie an Büffets, 
Sesseln und Betten Motive häuften, die nur an alten 
Domen und Rathäusern eine innere Notwendigkeit hatten. 
Goethe wollte es wohl hingehen lassen, wenn ein reicher 
Mann, der viele überflüssige Zimmer hat, sich das eine 
gotisch oder chinesisch oder sonstwie einrichteÄ) "Allein 
sein Wohnzimmer mitso fremder und veralteter Umgebung 
auszustafüeren, kann ich gar nicht loben. Es ist immer 
eine Art von Maskerade, die auf die Länge in keiner 
Eckermann, 
Januar 
1827"
        

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