Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1526751
YVuhrhcit. 
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Linie seinem unbefangenen zkufnehmexi der Eindrücke 
zu. „Es ist wahr, ich habe in meinem langen Leben 
mancherlei gethan und zustande gebracht, dessen ich 
mich allenfalls rühmen könnte," sagte er in Seiner stolz- 
bescheidenen Art kurz vor seinem TodeÄ) „Was hatte 
ich aber, wenn wir ehrlich sein wollen, das eigentlich 
mein war, als die Fähigkeit und Neigung, zu sehen und 
zu hören, zu unterscheiden und zu wählen und das 
Gesehene und Gehörte mit einigem Geist zu beleben 
und mit einiger Geschicklichkeit wiederzugeben? Ich 
verdanke meine Werke keineswegs meiner eigenen 
Weisheit allein, sondern Tausenden von Dingen und 
Personen aufser mir, die mir dazu das Material boten. 
Es kamen Narren und Weise, helle Köpfe und bornierte, 
Kindheit und Jugend wie das reife Alter: alle sagten 
mir, wie es ihnen zu Sinne sei, was sie (lachten, wie 
sie lebten und wirkten und welche Erfahrungen sie sich 
gesammelt, und ich hatte weiter nichts zu thun, als 
zuzugreifen und das zu ernten, was andere für mich 
gesäet hatten." 
Der "beobachtende Blick, der so still und rein auf 
den Dingen ruht," hat eine magische Kraft. Er (lringt 
durch die Oberflächen, er durchleuchtet die Gegenstände. 
Hätte Goethe in unseren Tagen gelebt, so würde er 
die Röntgen-Strahlen wie ein Symbol des genialen 
Künstlerblicks empfunden haben. Der Künstler sieht 
in die Herzen der Dinge, er sieht alle die treibenden 
Kräfte des irdischen Geschehens. und da er sie als 
sinnlich wahrnehmbar darstellen mufs, so weil's er uns 
von Göttern, Göttinnen, Geistern, Engeln, Teufeln, 
Ecke 
mzmn, 
Februar 
1832.
        

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