Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1526653
Vom Wirklichen zur Kunst. 51 
Teile des ,Faust', an dem er damals arbeitete, ein 
Mäidchenchor, der Helena begleitet, mit einemmale die 
Mlidchenart verleugnet und ernst reflektierend Dinge 
ausspricht, an die diese Mädchen doch nie denken 
konnten. Eckermann dachte sogleich wieder an die 
Landschaft mit dem doppelten Schatten und meinte: 
„Solche kleinen Widersprüche können bei einer dadurch 
erreichten höhern Schönheit nicht in Betracht kommen. 
Das Lied muliste nun einmal gesungen werden, und da 
kein anderer Chor gegenwärtig war, so muEsten es die 
Mädchen singen." 
"Mich soll nur wundern," sagte Goethe lachend, 
i„was die deutschen Kritiker dazu sagen werden; ob sie 
werden Freiheit und Kühnheit genug haben, (larüber 
hinwegzukoinnien. Den Franzosen wird der Verstand 
im Wege sein, und sie werden nicht bedenken, dafs die 
Phantasie ihre eigenen Gesetze hat, denen der Verstand 
nicht beikommen kann und soll. Wenn durch die 
Phantasie nicht Dinge entstanden, die für den Verstand 
ewig problematisch bleiben, so wäre überhaupt zu der 
Phantasie nicht viel. Dies ist es, wodurch sich die 
Poesie von der Prosa unterscheidet, bei welcher der 
Verstand immer zu Hause ist und sein mag und soll." 
Ebenso Llrteilte Goethe, als ein ihm von Ernst Förster 
vorgelegtes Gemälde in seiner Komposition das Natur- 
mögliche überschritt!) Es stellte die Theologie dar 
und war für die Universität Bonn bestimmt. Da sah 
man Rom, das Siebengebirge und Wittenberg friedlich 
neben einander, und Apostel, Kirchemtiiter und Re- 
formatoren standen zusammen. 
Biedermann 
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25T! 
Nov: 
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1825-
        

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