Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1526627
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Goethes 
Ästhetik. 
Goethe verlangte für die Kunst noch viel gröfsere 
Rechte gegen die Natur. Sie darf auch dasjenige 
dichterisch bilden, was der Natur zu schaden unmöglich 
war. Die Kunst weifs von Hiegenden Menschen und 
redenden Tieren, sie läfst Götter auf Erden wandeln. 
Die jungfräuliche Mutter ist für den nüchternen Realisten 
ein Widerspruch in sich selbst, aber der Liebhaber 
des Schönen verlangt sie. „So wie die Kunst Centauren 
erschafft, so kann sie uns auch jungfräuliche Mütter 
vorlügen; ja es ist ihre Pflicht. Die Matrone Niobe, 
Mutter von vielen erwachsenen Kindern, ist mit dem 
ersten Reiz jungfräulicher Brüste gebildet. ja, in der 
weisen Vereinigung dieser Widersprüche ruht die ewige 
Jugend, welche die Alten ihren Gottheiten zu geben 
wufstenf") 
„Allc Blüten müssen vcfgchcn, dnfs Früchte beglücken: 
Blüten und Frucht zugleich gcbct ihr Muscn allciußg) 
Die Landschaft von Rubens, von der vorhin die 
Rede war, legte Goethe seinem Schüler ein zweites 
Mal vor und hiefs ihn besonders auf die Beleuchtung 
achten?) 
„Alle diese Dinge, die wir dargestellt sehen, die 
Herde Schafe, der Wagen mit Heu, die Pferde, die nach 
Hause gehenden Feldarbeiter, von welcher Seite sind 
sie beleuchtet?" 
"Sie haben das Licht," sagte Eckermann, "auf der 
uns zugekehrten Seite und werfen die Schatten in das 
Bild hinein. Besonders die nach Hause gehenden 
ITIIII 
Didcrots Versuch. 
I8. April X827. 
e) Gedichte. 
Vier 
Jahreszeiten.
        

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