Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1526604
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Ästhcti 
auch der Leib ein blofses Kleid der Seele. Nach 
einer zarten Differenz mit Schiller schrieb Goethe 
folgende Betrachtung niederzl) "Es ist ein grofser 
Unterschied, ob der Dichter zum Allgemeinen das 
Besondere sucht oder im Besonderen (las Allgemeine 
schaut. Aus jener Art entsteht Allegorie, wo das Be- 
sondere nur als Beispiel, als Exempel des Allgemeinen 
gilt; die letztere aber ist eigentlich die Natur der Poesie; 
sie spricht ein Besonderes aus, ohne ans Allgemeine zu 
denken oder darauf hinzuweisen. Wer nun dieses 
Besondere lebendig auffatfst, erhält zugleich das Allgemeine 
mit, ohne es gewahr zu werden, oder erst spät." 
Bei dieserBetrachtung bemerken wir übrigens, weshalb 
in alten Zeiten die Kunst besser gedieh als gegenwärtig. 
"Die fiiiheren Jahrhunderte hatten ihre Ideen in An- 
schauungen der Phantasie; unseres bringt sie in Begriffe. 
Die grofsen Ansichten des Lebens waren (lamals 
in Gestalten, in Götter gebracht; heutzutage bringt 
man sie im Begrihfe. Dort war die Produktionskraft 
gröfser, heute die Zerstörungskrzift oder die Scheide- 
kunstffz) 
Das Iäeclürfhis der Alten nach Sinnlichkeit ging sogar 
so weit, dafs sie in einem Bilde neben der Gegenwart 
auch die Vergangenheit zeigten, die zur Erklärung der 
Gegenwart dient. „Man sollte sich nicht etwas bei dem 
Bilde denken, sondern man sollte das Bild denken und 
in demselben alles sehen." Auch einer der Carracci 
hat in einer Darstellung der Kirke dieselbe Methode 
kühn gewählt. Hermes legt eine Pflanze in den Becher, 
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