Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1526555
HD 
Vlirklichen 
Zlll" 
Kunst. 
Wer teilt die fliefsend immer gleiche Reihe 
Belebend ab, dafs sie sich rhythmisch regt? 
Wer ruft das Einzelne zur allgemeinen Weihe, 
Wo es in herrlichen Akkorden schlägtPm) 
Der Dichter thut es ; jedermann weifs, dafs seine 
metrische Sprache, sein Abteilen der Rede in Verse 
und Strophen Ordnung und Wechsel zugleich ist. 
In der bildenden Kunst streben wir nach Symmetrie. 
„]edes Kunstwerk mufs sich als solches anzeigen, 
und das kann es allein durch das, was wir sinnliche 
Schönheit oder Anmut nennen?) Die Alten, weit 
entfernt von dem modernen Wahne, dafs ein Kunst- 
werk dem Scheine nach wieder ein Naturwerk werden 
müsse, bezeichneten ihre Kunstwerke als solche durch 
gewählte Ordnung der Teile; sie erleichterten dem 
Auge die Einsicht in die Verhältnisse durch Symmetrie, 
und so ward ein verwickeltes Werk fafslich. Durch 
eben diese Symmetrie und durch Gegenstellungen wurden 
in leisen Abweichungen die höchsten Kontraste möglich. 
Die Sorgfalt der Künstler, mannigfaltige Massen 
gegeneinander zu stellen, besonders die Extremitäten 
der Körper bei Gruppen gegeneinander in eine regel- 
mäfsige Lage zu bringen, war äufserst überlegt und 
glücklich, so dafs ein jedes Kunstwerk, wenn man auch 
von dem Inhalt abstrahiert, wenn man in der Entfernung 
auch nur die allgemeinsten Umrisse sieht, noch immer 
dem Auge als. ein Zierat erscheint. Die alten Vasen 
geben uns hundert Beispiele einer solchen anmutigen 
Gruppierung, und es würde vielleicht möglich sein, 
stufenweise von der ruhigsten Vasengruppe bis zu der 
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Vorspiel 
Faust. 
ZU 
Laokoon, 
Über 
1797-
        

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