Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1526548
40 
Goethes 
Ästhetik. 
sich selbst geschlossenÄ) Ein Jupiter mit einem Donner- 
keil im Schofs, eine Iuno, die auf ihrer Majestät und 
Frauenwürde ruht, eine in sich versenkte Minerva sind 
Gegenstände, die gleichsam nach aufsen keine Beziehung 
haben; sie ruhen auf und in sich und sind die ersten, 
liebsten Gegenstände der Bildhauerkunst. Aber in dem 
herrlichen Zirkel des mythischen Kunstkreises, in welchem 
diese einzelnen selbständigen Naturen stehen und ruhen, 
giebt es kleinere Zirkel, wo die einzelnen Gestalten in 
Bezug auf andere gedacht und gearbeitet sind. Zum 
Beispiel die neun Musen mit ihrem Führer Apoll, da ist 
jede für sich gedacht und ausgeführt, aber in dem ganzen 
mannigfaltigen Chor wird sie noch interessanter. Geht 
die Kunst zum leidenschaftlich Bedeutenden über, so 
kann sie wieder auf dieselbe Weise handeln: sie stellt 
uns entweder einen Kreis von Gestalten dar, die unter 
einander einen leidenschaftlichen Bezug haben, wie 
Niobe mit ihren Kindern, verfolgt von Apoll und 
Diana, oder sie zeigt uns in einem Werke die Bewegung 
zugleich mit ihrer Ursache. Wir gedenken hier nur 
des anmutigen Knaben, der sich den Dorn aus dem 
Fufse zieht, der Ringer, zweier Gruppen von Faunen 
und Nymphen in Dresden und der bewegten herrlichen 
Gruppe des Laokoon." 
Eine weitere Auswirkung 
und Abwechseln. 
der 
Kunst ist das Ordnen 
"Wenn die Natur des Fadens ew'ge Länge, 
(Eleiehgiiltig drehend, auf die Spindel zwingt, 
YVenn aller WVcsen unharmonischc Menge 
Vvrdricfslich durcheinander klingt, 
Übm 
Lnokoon, 
1797-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.