Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1526538
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XV 
ich 
Kunst. 
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39 
"Haller und Ramler waren von Natur zum Gediiingten 
geneigt; Lessing und Wieland sind durch Reflexion 
dazu geführt worden. Der Erste wurde nach und nach 
ganz epigrammatisch in seinen Gedichten, knapp in der 
,lNIinna', lakonisch in ,Emilizt Galottii Wieland, der 
noch im ,Agath0n', ,D0n Sylvioß den ,k01nischen 
Erzählungem mitunter prolix gewesen war, wird in 
,Musarion' und ,Idris' auf eine wundersame Weise ge- 
fafst und genau, mit grofser Anmut. Klopstock in 
den ersten Gesängen der ,Messiade' ist nicht ohne 
Weitschweifigkeit; in den Oden und andern kleinen 
Gedichten erscheint er gedrängt, so auch in seinen 
"Fragödien." 1) 
Verwandt mit dem Vereinigen und Ausschliefsen 
des Überflüssigen ist ferner das Einrahmen und Ab- 
schliefsen in feste Formen. Auch hierzu zwingt den 
Künstler die Notwendigkeit, da er nichts Grenzenloses zu 
bieten imstande ist, aber er macht auch aus dieser Not 
eine Tugend. Die Leinwand hat ihre vier Seiten, das 
Sonett seine vierzehn Zeilen; in solche Rahmen mufs 
der Künstler seine Mitteilung so hinein bringen, dafs sie 
vollständig, als ein Stück Welt für sich, erscheint und 
nicht wie ein zufälliger Ausschnitt aus der realen Welt, 
wo nun Anfang und Ende fehlt. 
Dem Bildhauer sind solche äufserlichen Grenzen 
selten so deutlich vorgeschrieben; er mufs deshalb um 
so mehr nach innerer Abgeschlossenheit seiner Figuren 
und Gruppen streben. „Ein ruhiger Gegenstand zeigt 
sich blofs in seinem Dasein; er ist also durch und in 
Aus 
mcincm 
Leben
        

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