Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1526477
Vom 
zur 
Wirklichen 
Kunst. 
33 
und erhebend sein, und so giebt der Künstler, dankbar 
gegen die Natur, die auch ihn hcrvorbrachte, ihr eine 
zweite Natur, aber eine gefühlte, eine gedachte, eine 
menschlich vollendete zurück." 
Der 
Künstler 
wählt 
{lLlS 
und 
hält 
fest. 
Das ist das 
entgegenstellt. 
Zweite, 
wo durch 
sich 
der 
Natur 
HHWarum bin vergänglich, o Zeus?" So fragte die Schönheit, 
„Macl1t' ich doch," sagte der Gott, "nur das Vcrgiinglichc schön." 
Und die Liebe, die Blumen, der Tau und die Jugend vcrnuhmcifs, 
Alle gingen sie weg wcincnd von jupitcrs  
Aber die Künstler helfen der Schönheit. Das Natur- 
gesetz „Alles Hiefst" überwinden sie; sie lassen die Welle 
still stehen, die die Natur längst ins Meer gesandt, 
und die blaue Soininernacht, die vor hundert Jahren einmal 
war, lebt heute noch in ihren Versen oder Melodieen. 
Dieses Festhalten ist eine Notwendigkeit, da kein Maler 
so schnell die Bilder wiedergeben kann wie der Spiegel, 
aber es ist zugleich ein Vorzug der Kunst. Diderot 
schildert an einer Stelle?) die Schwierigkeit, ein Porträt 
zu malen, da der Gesichtsausdruck sich ja beständig ver- 
ändere. Goethe meint, dafs der Franzose diese Schwierig- 
keit übertreibe, aber sie sei da. „Sie wäre unüberwindlich, 
wennn der Maler nicht das besäifse, was ihn zum Künstler 
macht, wenn er von dem Hin- und Wider-blicken zwischen 
Körper und Leinwand allein abhinge, wenn er nichts zu" 
machen verstände, als was er sieht. Aber das ist ja 
Vicr 
1) Gedichte.  V 
Kap. 
W. B o d e . Goethes 
Juh rcszcitcn. 
Dick 
ots 
Versuch, 
Ästhetik.
        

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