Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1526468
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Goethes 
Ästhetik. 
übersehen; ich warte ein günstiges Licht ab  und nun 
soll von dem Naturbaum noch viel auf das Papier 
übergegangen sein! Der Laie mag das glauben; der 
Künstler, hinter den Kulissen seines Handwerks, sollte 
aufgeklärter sein. Gerade das, was ungebildeten Menschen 
a1n Kunstwerke als Natur auffällt, das ist nicht Natur 
(von aufsen), sondern der Mensch (Natur von innen). 
Wir wissen von keiner Welt, als in Bezug auf den 
Menschen; wir wollen keine Kunst, als die ein Abdruck 
dieses Bezuges istf")  
Ein andermal?) (lrückt Goethe die gleiche Grund- 
wahrheit so aus: 
„Die Kunst übernimmt nicht, mit der Natur in ihrer 
Breite und Tiefe zu wetteifern, sie hält sich an die 
Oberfläche der natürlichen Erscheinungen; aber sie hat 
ihre eigene Tiefe, ihre eigene Gewalt, sie Hxiert die 
höchsten Momente dieser oberflächlichen Erscheinungen, 
indem sie das Gesetzliche darin anerkennt, die Voll- 
kommenheit der zweckmäßigen Proportion, den Gipfel 
der Schönheit, die Würde der Bedeutung, die Höhe der 
Leidenschaft.  
„Die Natur scheint um ihrer selbst willen zu wirken; 
der Künstler wirkt als Mensch, um des Menschen willen. 
Aus dem, was uns die Natur darbietet, lesen wir uns 
im Leben das Wünschenswerte, das Geniefsbare nur 
künnnerlich aus; was der Künstler dem Menschen 
entgegenbringt, soll alles den Sinnen fasslich und an- 
genehm, alles aufreizend und anlockend, alles geniefsbar 
und befriedigend, alles für den Geist nährend, bildend 
v 
Aphorismen. 
21 
Diderots 
Versuch, 
KQP-
        

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