Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1526413
Vom 
XV 
ichcn 
zur 
Kunst. 
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Als Jüngling war er mit der Natur verwachsen wie 
wenige seinerZeitgenossen, aber schon damals empörte er 
sich gegen die T heoretiker, die den Unterschied zwischen 
der Natur und der Kunst zu verdunkeln drohten. Da 
Schriebder alte Sulzer: „In der ganzen Schöpfung 
stimmt alles darin überein, dafs das Auge und die 
anderen Sinne von allen Seiten her durch angenehme 
Eindrücke gerührt werden." Goethe antwortete: "Gehört 
denn, was unangenehme Eindrücke auf uns macht, 
nicht so gut in den Plan der Natur als ihr Lieblichstes?" 
Und er fuhr fort?) „Was wir von Natur sehen, ist 
Kraft: die Kraft verschlingt; nichts gegenwärtig, alles 
Vorübergehend, tausend Keime zertreten, jeden Augen- 
blick tausend geboren, grofs und bedeutend, mannig- 
faltig ins Unendliche, schön und häfslich, gut und bös, 
alles mit gleichem Rechte nebeneinander existierend. 
Und die Kunst ist gerade das Widerspiel; sie entspringt 
aus den Bemühungen des Individuums, sich gegen die 
zerstörende Kraft des Ganzen zu erhalten. Schon das 
Tier, durch seine Kunsttriebe, scheidet, verwahrt 
sich; der Mensch, durch alle Zustände, befestigt sich 
gegen die Natur, ihre tausendfachen Übel zu vermeiden 
und nur das Mafs von Gutem zu genießen, bis es ihm 
endlich gelingt, die Zirkulation aller seiner wahren und 
gemachten Bedürfnisse in einen Palast einzuschliefsen, 
Sofern es möglich ist, alle zerstreute Schönheit und- 
Glückseligkeit in seine gläsernen Mauern zu bannen, 
WO er dann immer weicher und weicher wird, den Freuden 
des Körpers Freuden der Seele substituiert, und seine 
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1) Rezension von J. G. 
ihrem Ursprung etc." in den 
Künste 2 in 
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