Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529537
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und unzufrieden, wie schon alle sind, hetzt einer den 
andern in noch gröfsere Unzufriedenheit hinein. Das 
ist ein wahrer Mifsbrauch der Poesie, die uns doch 
eigentlich dazu gegeben ist, um die kleinen Zwiste des 
Lebens auszugleichen und den Menschen mit der Welt 
und seinem Zustande zufrieden zu machen." 
„lch habe ein gutes Wort gefunden," fuhr Goethe 
fort, _,um diese Herren zu ärgern. Ich will ihre Poesie 
die Lazarett-Poesie nennen; dagegen die echt 
tyrtüische diejenige, die nicht blofs Schlaehtlieder 
singt, sondern auch die Menschen mit Mut ausrüstet, 
die Kämpfe des Lebens zu bestehen."    
 „Die wahre Poesie kündet sich (ladurch an, (lafs 
sie als ein weltliches Evangelium durch innere Heiterkeit, 
durch iiufseres Behagen uns von den irdischen Lasten 
zu befreien weifs, die auf uns (lriicken; wie ein Luft- 
ballon hebt sie uns mit dem Ballast, der uns anhängt, 
in höhere Regionen und liifst die verwirrten Irrgänge 
der Erde in Vogelperspektive vor uns entwickelt da- 
liegenf") 
Auch den Malern ruft unser Dichter zu: 
hliiinstler, zeigct nur den Augen 
Farhenfülle, reines Rund! 
Was den Seelen möge taugen, 
Seid gesund und wirkt gesundlt") 
Weil sie seine Seele gestinder und gerechter machten, 
darum nannte Goethe immer wieder die englischen 
Dichter Goldsmith und Sterne mit grofsem Danke; wir 
aber empfangen jetzt solche Wohlthaten von ihm. Als 
Schiller den Anfang von Wilhelm ,Meisters Lehrjahrent 
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