Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529523
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Ästl 
ist 1nir angeboren oder in mir entstanden, Gott weils 
wie. Meine dargestellten Frauencharaktere sind daher 
auch alle gut weggekommen, sie sind alle besser, als 
sie in der Wirklichkeit anzutrelTen sindftl) 
Die Dichter und sonstigen Künstler regen nicht nur 
unsere Phantasie auf, sondern leiten sie auch zu edleren 
Bildern; sie mafsigen und mildern unsere 'l'riiu1ne. Man 
braucht nur an die Geschichte des Aberglaubens zu 
denken, uin mit Schiller zu gestehen, dal's "der Mensch 
in seinem Wahn" der schrecklichste der Schrecken ist. 
Auch die Künstler sind nicht frei von Wahn und Aber- 
glauben, aber sie bewegen sich doch in höheren 
Sphären und ziehen die Menge allmählich zu sich herauf. 
"Einbildungskraft wird nur durch Kunst, besonders durch 
Poesie, geregelt. Es ist nichts fürchterlicher als Ein- 
bildungskrztft ohne Geschmackfa) 
Alles Lob der Kunst hat freilich zur Voraussetzung, 
dafs die Künstler gesund, edel, gebildet und wohl- 
meinend sind. Krankhafte Künstler erzeugen krankhafte 
Gesinnungen und sollten deshalb entschieden abgelehnt 
werden. Goethe that es ollf: 
"Mir will das kranke Zeug nicht mnnduxi, 
Autoren sollten erst gcsundcnllm) 
"Die Poeten schreiben alle, als wären sie krank und 
die ganze Welt ein Lazarett," so sagte er 1827 ärgerlich 
zu Eckermannf) indem er an die Romantiker jener 
]ahre dachte. "Alle sprechen sie von den Leiden und 
dem Jammer der Erde und von den Freuden des Jenseits, 
1) Eckcrmann, 20. Oktober 
Rcücxioncn.  5') Zuhmu Xcnicn. 
2) Maximen und 
Sclutexulßcr 1827.
        

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