Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529477
Nut-mm 
Der 
Kunst. 
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die Vielseitigkeit, Empfänglichkeit und Anpassungstähigkeit 
des deutschen Geistes schienen uns für diese kosmo- 
politische Aufgabe vorausbestinnnt zu haben. 
Dafs die Künstler uns ältere Kulturen verständlich 
machen, auch dadurch unseren Gesichtskreis ungemein 
erweitern und uns vor dem falschen Stolze, „wie wir's 
S0 herrlich weit gebracht", behüten, braucht nur 
erwähnt zu werden. „Das Altertum mufs Ihnen doch sehr 
lebendig sein," meinte Eckermann, als er mit Goethe über 
die klassischen Scenen im zweiten Teile des ,Faust' 
sprach. 1) „Ohne eine lebenslängliche Beschäftigung mit 
der bildenden Kunst wäre es mir nicht möglich gewesen," 
War die Antwort. Dieses Leben in einer früheren Kultur 
bedeutet für manchen Menschen geradezu ein Leben- 
können überhaupt; man braucht nicht aus dem Leben 
Zu fliehen, wenn man der Gegenwart entfliehen kann. 
Goethe liebte die antike Welt mit ganzem Gemüte, und 
ihre Kunstwerke sprachen ihm Frieden zu. So sagt er 
in den ,Maximen und Reflexionen": „Der für dichterische 
llnd bildnerische Schöpfungen empfangliche Geist fühlt 
sich, dem Altertum gegenüber, in den anmutigst ideellen 
Naturzustand versetzt, und noch auf den heutigen Tag 
haben die Homerischen Gesänge die Kraft, uns 
wenigstens für Augenblicke von der furchtbaren Last zu 
befreien, welche die Überlieferung von mehreren tausend 
Jahren auf uns gewälzt hat." Ähnlich hat er schon in 
Italien empfunden?) 
1) 21. 
April I788. 
Februar 
1831. 
Ital. 
Reise 
Bericht 
über
        

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