Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529453
der Kunst. 
Der Nutzen 
331 
Auch die Nationen werden durch die Künstler ein- 
.ander näher geführt. Wir brauchen nur an Musik, Malerei, 
Bildhauerei, Architektur, Gartenkunst und Kunstgewerbe 
zu denken, um deutlich,zu sehen, wie hier verschiedene 
Völker einander ohne weiteres verstehen, aber auch 
die Dichter, obwohl sie der Übersetzung bedürfen, 
bereiten die grofse Menschheitsgemeinde vor. Goethe 
betonte zwar, dafs gerade von den Dichtern das 
Nationalgefiihl stamme; er sagt einmal sogar, die 
Nationalität ruhe auf der Poesie, die uns älteste 
Geschichte in fabelhaften Bildern überliefertf) der 
Dichter hat seiner Natur nach auch viel zu viel Liebe 
zum lndividuellen und Charakteristischen, als dafs er 
eine Völkervermischung, einen grofsen Menschheitsbrei, 
wünschen könnte. Deshalb meint Goethe auchf) da- 
"von könne nicht die Rede sein, dafs die Nationen 
überein denken sollten, sondern sie sollten einander 
nur gewahr werden, sich begreifen und, wenn sie sich 
wechselseitig nicht lieben mögen, sich einander wenigstens 
dulden lernen. Folgende Entwickelung sieht er voraus 
und wünscht erzil) 
"Offenbar ist das Bestreben der besten Dichter und 
ästhetischen Schriftsteller aller Nationen schon seit 
geraumer Zeit auf das allgemein Menschliche gerichtet. 
In jedem Besonderen, es sei nun historisch, mytho- 
logisch, fabelhaft, mehr oder weniger willkürlich ersonnen, 
wird man durch Nationalität und Persönlichkeit hier 
_jenes Allgemeine immer mehr durchleuchten und durch- 
scheinen sehen. Da nun auch im praktischen Lebens- 
1) Noten zum Divan. 
Zeitschriften (1828),  3) 
 2) In einer Besprechung 
German Romance 1827. 
englischer
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.