Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529316
Die 
Förderung 
Kunst. 
317 
Malerei und der sonstigen bildenden Kunst ihm eine 
sehr widerwärtige wurde; seine Meinung über dieXVirkung 
solcher Ausstellungen auf das Publikum mag aber wohl 
die gleiche geblieben sein, die er 1799 Schülern mitteilte?) 
„Über das Absurde schreit jedermann auf und freut 
sich, etwas so tief unter sich zu sehen. Über das 
Mittelmäfsige erhebt man sich mit Behaglichkeit. 
Den Schein lobt man, ohne Rückhalt und ohne Be- 
dingung; denn der Schein ist eigentlich in der Empirie 
das allgemein Geltende. Das Gute, das aber nicht 
vollkommen ist, übergeht man mit Stillschweigen; denn 
das Echte, was man am Guten bemerkt, nötigt Achtung 
ab; das Unvollkommene, das man daran fühlt, erregt 
Zweifel, und wer den Zweifel nicht selbst heben kann, 
mag sich in diesem Falle nicht kompromittieren und 
thut auch ganz wohl daran. Das Vollkommene, wo 
es anzutreffen ist, giebt eine gründliche Befriedigung, wie 
das Schöne eine oberflächliche, und so bringen beide 
eine ähnliche Wirkung hervor." An Knebel schreibt 
er?) freilich ungünstiger über das Publikum": "Wer der 
Künstler sei, und wo er sich aufhalte, interessiert die 
Menschen mehr, als was er gemacht hat." 
Die Erziehung des Publikums zu einer besseren Auf- 
nahme der Kunst War beständig Goethes Bemühen. Er 
Sah ja, dafs es vorwärts ging, im Städtchen Weimar 
und anderwärts. "Man inufs gegen die Menge billig 
sein. Sie bildet sich doch auch nach und nach und 
wird für manches empfänglich, was sonst gar weit von 
An Schiller, 
Septembex 
1799' 
September 
I799'
        

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