Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529302
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Goethes 
Ästhetik. 
sie mehr, als wünschenswert ist, vor der Mitwelt zu 
verschliefsen. „Weder Zeit noch Zustand erlauben ihm, 
treffliche Werke, die einflufsreich werden könnten, die 
 es sei nun auf Produktivität oder auf Kenntnis, auf 
That oder Geschichtseinsicht  kräftig wirken sollten, 
dem Künstler sowie dem Liebhaber öfter vorzulegen 
und dadurch eine höhere, freigesinnte, fruchtbare Bildung 
zu bezwecken. Sind aber dergleichen Schätze einer 
öffentlichen Anstalt einverleibt, sind Männer dabei an- 
gestellt, deren Liebe und Leidenschaft es ist, ihre schöne 
Pflicht zu erfüllen, die ganz durchdrungen sind von 
dem Guten, was man stiften, was man fortpflanzen 
wollte, so wird wohl nichts zu wünschen übrig bleibenf") 
Aber auch hier wäre die Zentralisation, die Auf- 
saugung der Schätze und Vorbilder in wenigen Grofs- 
Städten eine gefährliche Verirrung. Goethe meinte?) 
"Hauptgrundsatz soll sein, dafs die Kunstwerke und 
Altertümer viel verbreitet würden, jede Stadt die ihrigen 
behalte und wieder bekomme." „Lafst Düsseldorf 
wieder etwas haben, wie es in seinen Sälen aufgestellt 
war, wozu Alles in München? Lafst Köln, Bonn, ja 
Andernach etwas haben!" 
Es ist schon berichtet, clafs Goethe auch durch 
jährliche Ausstellungen in Weimar, wobei den Künstlern 
bestimmte Aufgaben gestellt waren, ihnen und der Kunst 
zu dienen suchte. Er gab diese Ausstellungen nach 
einigen ]ahren auf; weil die damalige Richtung der 
1) Hemstcrhuis-Galitzinische Gemmcnsammlung. 
Boisscröc, 2. August 1815, Biedcrmann III, 182. 
Zu
        

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