Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529294
Die 
der 
Förderung 
Kunst. 
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ein Ruder, dann einen Kahn, dann Mast und Segel an- 
schaffte und schliefslich ein reicher und glücklicher Kauf- 
fahrer wurde. Diese beiden Boisserees waren in Köln junge 
Kaufleute gewesen, sie hatten eine ungewöhnlich gute Aus- 
bildung genossen, waren aber von der Kunst anfangs eben 
so weit entfernt wie die anderen Jünglinge ihres Berufs. 
Zufällig hatten sie einmal Gelegenheit, eines der auf 
den Trödel gesprengten alten Kirchenbilder um einen 
lächerlich geringen Preis zu erwerben; dadurch bekamen 
sie Appetit auf mehrere; vom Besitz kamen sie auf 
Wiederherstellung schadhaft gewordener Bilder, von der 
Neigung zum Studium; sie scheuten bald kostspielige Reisen 
nicht und wandten schliefslich ihre ganze Zeit auf ihre 
Sammlungen. Die Anerkennung der besten Zeitgenossen 
und äufsere Ehrungen blieben ihnen nicht versagt, nament- 
lich aber hatten sie den Vorteil, von dem Goethe ein- 
mal spricht, wo er von seiner Münzensanlmlung redet: 
„Gerade diese rein unschuldigen Neigungen und Lieb- 
llabereien sind das wahrhafte Öl für den Lebensdochtf") 
Wenn Goethe sich wie die Boisserees ein eigenes 
Museum schuf, so erklärt sich das besonders daraus, 
dafs staatliche oder städtische oder sonst öffentliche 
Sammlungen in Weimar wie fast überall sonst fehlten. 
Er war ganz der Meinung, die Heeren in seinen ,Ideen' 
aussprach: „Die Werke der Kunst gehören nicht Einzelnen, 
sie gehören der gebildeten Menschheit anfm) Der Privat- 
mann, der solche Schätze besitzt, ist immer versucht, 
1) Brief an c. G. voigt, November 1306-  2) Schriften 
über Kunst. Hemsterhuis-Galitzinische Gcmmcnsammlung.
        

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