Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529275
Die 
Förderung 
der Kunst. 
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Die Denkmünze ist vorhin noch nicht ganz zu der 
Geltung gekommen, die sie in Goethes Augen hatte. Im. 
jahre 1803 sammelten mehrere Mannheimer Herren Geld, 
um Carl von Dalberg eine Ehre zu bereiten, und sie baten 
Goethe um seinen Rat für die beste Verwendung. E1" 
antwortete: „Von allen Denkmalen, die einem bedeutenden 
Manne gesetzt werden können, hat freilich das plastisch- 
ikonische den Vorzug; allein welch ein Aufwand, welch 
eine Zeit, welch eine Gelegenheit wird hierzu nicht vor- 
ausgesetzt! Nur der, dem die Ausübung der Majestäts- 
rechte zusteht, darf an ein solches Unternehmen denken." 
Er spricht sich dann wieder gegen die plastisch-architekto- 
nischen oder auch rein architektonischen Schöpfungen 
aus und empfiehlt in diesem Falle, in Rom eine Medaille- 
herstellen zu lassen und Seiner Kurfürstlichen Gnaden 
wenigstens eine goldene, eine schickliche Anzahl silberner 
und eine gröfsere Zahl kupferner zu übergeben, während 
der übrige Vorrat an Liebhaber verkauft würde. „Eine 
Medaille hat durch ihre mögliche Verbreitung, durch 
ihre Dauer, durch Überlieferung der Persönlichkeit in 
einem kleinen Raum, durch Dokumentierung allgemein 
anerkannter Verdienste, durch Kunst- und Metallwert so, 
viel Vorzügliches, dafs man, besonders in unseren Zeiten, 
Ursache hat, sie allen anderen Monumenten vorzuziehen." 
Goethe hatte für Münzen und Medaillen auch deshalb 
eine grofse Liebe, weil sie es dem Kunstfreunde gestatten, 
sich, indem er sie sammelt, ein Museum zu schaffen, 
Worin er die Entwickelung der plastischen Kunst, wie 
die allgemeine Welt- und Kulturgeschichte immer wieder 
bequem vor Augen haben kann. Goethe hat das für-
        

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