Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529263
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Goethes 
Ästhetik. 
Präsidenten, nach einer gewissen Epoche der geführten 
Verwaltung, ein gleiches Kompliment schuldig. „An 
gröfseren Orten, sowie selbst an kleinern, giebt es Klubs, 
die ihren bedeutenden Mitgliedern, besonders wenn sie 
ein gewisses Alter erreicht hätten, diese Ehre zu erzeigen 
schuldig wären." "Eine gute Gipsbüste ist jede Familie 
schon schuldig, von ihrem Stifter oder einem bedeutenden 
Mann in derselben zu haben. Selbst in Thon ist der 
Aufwand nicht grofs, und sie hätte dann eine ewige 
Dauer." Wenn nun in den gröfseren Orten, (wo die 
Bildhauer wohnen, Gipsabgüsse von allen solchen Auf- 
trägen zusammengestellt würden, so entstanden un- 
schätzbare Sammlungen. 
Nimmt man den Malern die Porträts, so sind sie 
durch andere Aufgaben desto reichlicher zu entschädigen. 
Man uttüfste sie jedoch nicht etwa mit verderblichen Alle- 
gorieen oder mit trockenen historischen oder schwachen- 
sentimentalen Gegenständen plagen, sondern solche Ge- 
mälde von ihnen erwerben, die für die Kunst heilsam 
und für die Künstler schicklich sind. "Niemand müfste 
sich wundern, Venus und Adonis in einer Regierungs- 
Sessionsstilbe oder irgend einen homerischen Gegen- 
stand in einer Kammersession anzutreffen." „In gröfseren 
Städten würden sich solche Gemälde an das übrige 
Merkwürdige schliefsen, kleine Orte macht es bedeutend." 
Wie oft könnte nicht ein wohlhabend Gewordener, der 
aus einem kleinen Orte hervorgegangen, seine Anhänglich- 
keit an die Heimatidurch Schenkung solcher Gemälde 
beweisen! Die "Freude, dorthin aus der Ferne als ein 
gebildeter Mann zu wirken", ist ja reichlicher Lohn.
        

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