Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529242
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Goethes 
Ästhetik. 
er kann alsdann mit einiger Klugheit immer wieder auf 
seinen Preisen bestehen. Eine genugsam ausgestattete 
Kasse könnte auf dieses Kapital eine gewisse Summe 
festsetzen, und die Vorsteher derselben könnten sich 
recht gut durch öffentliche Ausstellungen und Ausgebot 
solcher Arbeiten, vielleicht gar durch Auktion, vor allem 
Vorwurfe der Parteilichkeit sichern." 
Als Kunstwerke, die im öffentlichen Auürage reichlich 
geschaffen werden sollten, hatte Goethe namentlich Denk- 
mäler im Sinne, aber er verstand freilich darunter etwas 
Anderes, als wir Heutigen staunend haben entstehen sehen. 
Wir müssen uns erinnern, dafs Goethe nicht mit der 
Photographie rechnete, und dafs man zu seiner Zeit das 
Äufsere eines bemerkenswerten Menschen nur durch 
das 
Porträt 
des 
Malers 
oder 
die 
Büste 
des 
ldhauers 
festhalten konnte. Auch dürfen wir nicht vergessen, dal's 
Goethe mit sehr geringen Mitteln für seine Denkmäler 
rechnen mufste, denn nur ein reicher Fürst konnte damals 
an gröfsere Statuen denken. Solchen Zeitverhältnissen 
gemäfs war Goethe für sehr viele, aber auch sehr be- 
scheidene Denkmäler. l) Der Anbringung von Porträts 
in öffentlichen Zimmern und Hallen stand er ohne 
Neigung gegenüber, "weil sehr viel dazu gehört, wenn 
ein gemaltes Porträt verdienen soll, öffentlich aufgestellt 
zu werden." Und auch gegen die architektonischen 
Monumente erklärte er sich, die zu seiner Zeit in An- 
lehnung an die Garten- und Landschaftsliebhaberei Mode 
geworden waren. Da sah man "abgesturnpfte Säulen, 
1) Schriften über Kunst, ,Denk1nale' 
Künstlern Arbeit zu vcrschaffcnf 
und 
Norschläge, 
den
        

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