Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529230
Die 
ördcrung 
der 
Kunst. 
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nötig, noch rätlich. Man solle die freiesten, lockersten 
Formen des Unterrichts und der Kunstpflege wählen. "Man 
würde also nach Frankfurt vorzügliche Männer wo nicht 
gerade berufen, doch ihnen leicht machen, an solchem Orte 
zu leben; man setzte sie in die Lage, ein schickliches 
Quartier mieten zu können, und verschaffte ihnen sonst 
einige Vorteile. Die Oberaufsicht städtischer Kunst- 
anstalten gäbe nun solchen Meistern ein vielversprechendes 
Talent in die Lehre und zahlte dagegen ein billiges 
Honorar. Ja, der junge NIann dürfte seinen Lehrer selbst 
Wählen, je nachdem er zu einer Kunstart oder zu einer 
Person Neigung und Zutrauen hätte. Wohlhabenrle Eltern 
zahlten für ihre Kinder, wohlwollende Liebhaber für Günst- 
linge, von denen sie etwas hofften    Dafs diejenigen, 
denen eine solche Übersicht obliegt, auch durchaus dafür 
sorgen werden, dafs den Meistern alles, was sie selbst 
nicht beschaffen können, an Modellen, Gliedermännern 
und sonst genugsam gereicht werde, rilarf man kaum 
erwähnen."    Goethe führt nachher fort; „Wir haben 
kein Geheimnis daraus gemacht, dafs wir alles, was 
einer Pfründe ähnlich sieht, bei unsern Kunstanstalten 
nicht lieben; dagegen wäre unser Vorschlag dieser: 
Bei einem geschickten Künstler, der nicht gerade Be- 
Stellungen hat oder aufs Geratewohl arbeiten kann, 
bestelle man von seiten der Vorsteher gewissenhaft ge- 
arbeitete Bilder; man bezahle sie ihm nach Billigkeit 
und überlasse sie alsdann Liebhabern um einen geringen 
Preis. Der Verlust, der hieraus entspringt, wird eine 
gföfsere Wohlthat für den Künstler, als wenn man ihm 
eine Pension ohne Bedingungen gäbe. Hat er wirklich 
Verdienst und wird derselbe den Liebhabern allgemein 
bekannt, so werden sich die Bestellungen häufen, und
        

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