Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529211
Die 
Förderung 
der Kunst. 
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erwarten als von den lebhaften Rheinlanden. "Aber," 
setzte er hinzu: „viel kann ein Fürst mit energischem 
Wollen erreichen," und wir Heutigen wissen, wie Grofses 
gerade die bayerischen Herrscher im Gegensatz zu den 
Bürgern für die Kunst gethan haben. 
Aber es ist eine schwierige Frage, wie man die 
Künstler am besten unterstützt. Eckermann, der zum 
Lehrer des nachmaligen Grofsherzogs Karl Alexander 
ernannt war und daher dessen Mutter, der Grofsfürstin 
und Grofsherzogin Maria Paulowna nahestand, kam zu 
Goethe etwa ein Jahr vor dessen Tode mit einem Auf- 
trage seiner Herrin.') Sie hatte nämlich die Absicht, 
den besten deutschen Schriftsteller, insofern er ohne 
Amt und Vermögen wäre und blofs von den Früchten 
seines Talents leben müfste, nach Weimar berufen zu 
lassen und ihm hier eine sorgenfreie Lage zu bereiten, 
dergestalt, dafs er die gehörige Mufse fände, jedes seiner 
Werke zu möglichster Vollendung heranreifen zu lassen, 
und nicht in den traurigen Fall käme, aus Not flüchtig 
und übereilt zu arbeiten, zum Nachteil seines eigenen 
Talents und der Litteratur. 
„Die Intention der Frau Grofsherzogin," erwiderte 
Goethe, „ist wahrhaft fürstlich, und ich beuge mich 
VOr ihrer edeln Gesinnung; allein es wird sehr schwer 
halten, irgend eine passende Wahl zu treffen. Die vo1'- 
ziiglichsten unserer jetzigen Talente sind bereits durch 
Anstellung im Staatsdienst, Pensionen oder eigenes Ver- 
mögen in einer sorgenfreien Lage. Auch pafst nicht 
jeder hierher, und nicht jedem wäre wirklich damit 
Eckcrmann, 
März 
1831.
        

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