Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529159
Förderung 
Die 
der 
Kunst. 
301 
"sorgt, und wo hätte er besser Welt und Leben kennen 
lernen können? 
Selbst Goethe erfuhr, dafs er des Gönners be- 
durfte; er ward sich erst recht klar darüber, als 
er sich schon elf Jahre der Fürstengunst erfreut hatte. 
Nach Italien war er gereist, nicht nur, um alte Sehn- 
sucht zu stillen, sondern auch, um Weimar und seinem 
Amte und dem Hofe zu entfliehen: er mufste einmal 
als freier Mensch und freier Künstler leben. Und 
er that es manchen glücklichen Monat hindurch. 
Aber dann schrieb er heim an seinen Herrn, der 
zugleich sein Freund war: „Wie Sie mich bisher 
getragen haben, sorgen Sie ferner für mich. Sie thun 
mir mehr wohl, als ich selbst kann, als ich wünschen 
und verlangen darf. Ich habe ein so grofses und 
schönes Stück Welt gesehen, und das Resultat ist: dafs 
ich nur mit Ihnen und den Ihrigen leben mag." Und 
Karl August, der Grofse unter den Fürsten der 
deutschen Kleinstaaten, gab unserm Dichter nach der 
Rückehr auch noch die Mufse zur poetischen und ge- 
lehrten Bethätigung, an der es früher gefehlt hatte, und 
gönnte ihm eine noch gröfsere Unabhängigkeit vom 
Hofe. Goethe war von Herzen dankbar. In dem fast 
ländlichen Residenzstädtchen fühlte er sich daheim, und 
Einladungen, in gröfseren Städten zu leben, wies er 
mehr als einmal ab. 
"Klein ist unter den Fürsten Germaniens freilich der meine; 
Kurz und schmal ist sein Land, miifsig nur, was er vermag, 
Aber so wende nach innen, so wende nach aufsen die Iiräftc 
Jeder; da wär's ein Fest, Deutscher mit Deutschen zu sein," 1) 
Gedichte, 
Epigrammc
        

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