Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529142
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Goethes 
Ästhetik. 
darauf. Nur hier und da war ein Verleger grofsmütig 
und dankbar, und man wies in dieser Hinsicht auf Breit- 
kopf hin, der seinem berühmten Autor Gottsched auf 
Lebenszeit eine geräumige Wohnung in seinem Hause 
gab. Klopstock schien endlich den rechten Weg aus 
der deutschen Autorennot zu finden; er bot ein neues 
Werk, die ßvelehrtenrepublikt, auf Subskription aus; viele 
wohlmeinende und hochangesehene Männer erklärten 
sich bereit, die Vorausbezahlungen anzunehmen, die auf 
einen Louisdor angesetzt waren; selbst Jünglinge und 
Mädchen, die nicht viel aufzuwenden hatten, eröffneten 
ihre Sparbüchsen, um Klopstock zu ehren und an 
seiner würdigen Belohnung mitzuhelfen. Leider aber 
erwies sich die ,Gelehrtenrepublik' als ein Werk, (las 
nur für einen sehr kleinen Teil der Subskribenten les- 
bar war, „die Bestürzung war allgemein", und die 
Neigung des Publikums zu solchen Subskriptionen sehr 
vermindert. 
So blieb der deutsche Dichter der deutsche Märtyrer. 
Entweder stak er zu tief in den kleinen Sorgen und 
Nöten des Lebens oder er war in Gefahr, geistig zu 
verarmen, weil seine philisterhafte Umgebung ihln allzu 
wenig zu geben vermochte. "Es ist ja nicht genug, 
dafs man Talent habe; es gehört mehr dazu, um ge- 
scheit zu werden; man mufs auch in grofsen Verhältnissen 
leben und Gelegenheit haben, den spielenden Figuren 
der Zeit in die Karten zu sehenf") Da erschien denn 
ein Fürstenhof als der wünschenswerteste Platz für den 
Poeten; sein Amt ward dort erhellt vom Glanze seines 
hohen Herrn, für seine irdischen Bedürfnisse ward ge- 
Eckermann, 
Februar 
1829-
        

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