Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1526359
Schi 
inheit 
11111 
1.1115 
herum. 
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inüfste, Bürentünzen und Affensprüngen beizuwohnenf") 
Dagegen bietet in gut gebauten Städten die Architektur 
eine solche Harmonie von Eindrücken, dafs man sie 
einer erstarrten Tonkunst vergleichen möchte. Man 
möchte glauben, Orpheus habe seine Kunst auf einem 
riesigen wüsten Bauplatze an Steinen und Balken zeigen 
wollen. Zuerst bildete er einen Marktplatz um sich 
herum. „Die von kräftig gebietenden, freundlich 
lockenden Tönen schnell ergriffenen, aus ihrer massen- 
haften Ganzheit gerissenen Felssteine mufsten, indem 
sie sich enthusiastisch herbeibewegten, sich kunst- und 
handwerksgemäfs gestalten, um sich sodann in rhyth- 
mischen Schichten und Wänden gebührend hinzuordnen. 
Und so mag sich Strafse an Strafse fügen! An wohl- 
schützenden Mauern wird's auch nicht fehlen .   
„Die Töne verhallen, aber die Harmonie bleibt. Die 
Bürger einer solchen Stadt wandeln und weben zwischen 
ewigen Melodieen, der Geist kann nicht sinken, die 
'l'hütiglaeit nicht einschlafen, das Auge übernimmt 
Funktion, Gebühr und Pflicht des Ohres, und die Bürger 
am gemeinsten Tage fühlen sich in einem ideellen Zu- 
stand; ohne Reflexion, ohne nach dem Ursprung zu 
fragen, werden sie des höchsten sittlichen und religiösen 
Genusses teilhaftig. Man gewöhne sich, in Sankt Peter 
auf und ab zu gehen, und man wird ein Analogon des 
jenigen emplinden, was wir auszusprechen gewagt." 
An jenem Tage, wo Goethe, noch in Venedig ver- 
weilend, morgens dem malerischen Hochamte beiwohnte, 
L 
1) Verschiedenes Einzelne über Kunst in den Sprüchen.
        

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