Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529138
Förderung 
Die 
Kunst. 
der 
299 
war es, wenn lebensgewandte Edelleute wie Hagedorn, 
stattliche Bürger wie Brockes, entschiedene Gelehrte wie 
Haller sich ihrer annahmen, oder wenn emsige treue 
Geschäftsmänner wie U2, Rabener, Weifse nicht ver- 
schmähten, die Nation als Dichter zu unterhalten. Noch 
wichtiger war es, dafs ein so vornehm heiliger Charakter 
wie Klopstock und ein so wohlthätiger und biederer 
Mann wie Gleim als Dichter und Menschen weit und 
breit bekannt wurden. Aber innner noch blieb die 
äufserliche Lage des Poeten, wo er auf sich gestellt 
blieb, allzu niedrig. Das empfanden denn auch die 
Schriftsteller um 1770 und 1780 herum sehr lebhaft. 
"Sie verglichen ihren eigenen, sehr mäfsigen, wo nicht 
ärmlichen Zustand mit dem Reichtum der angesehenen 
Buchhändler; sie betrachteten, wie grofs der Ruhm 
eines Gellert, eines Rabener sei, und in welcher häus- 
lichen Enge ein allgemein beliebter deutscher Schrift- 
steller sich behelfen müsse, wenn er sich nicht durch 
sonst irgend einen Erwerb das Leben erleichtertef") 
Aber eine gehörige Bezahlung von den Verlegern er- 
wartete man damals nicht. „Die Produktion von poetischen 
Schriften wurde als etwas Heiliges angesehen, und man 
hielt es beinahe für Simonie, ein Honorar zu nehmen 
oder zu steigern." Auch Goethe verzettelte die vielen 
Gedichte, die ihm in jungen Jahren zuflossen, denn sie 
gegen Geld umzutauschen, erschien ihm abscheulichf") 
Der Berliner Jude Himburg druckte eine Sammlung seiner 
Werke, ohne ihn zu fragen, und hielt sich noch für 
nobel, dem Autor etwas Berliner Porzellan anzubieten, 
wenn er es verlange. Goethe antwortete gar nicht 
w 
Aus meinem Leben II, 
9) Aus meinem Leben IV,
        

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