Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529083
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Goethes 
Ästhetik. 
dankbare Publikum der unzureichenden Talentchen. 
„Die jungen Herren lernen Verse machen, so wie man 
Düten macht," schreibt Goethe an Schiller und er fährt 
fort: "das Publikum, besonders das weibliche, liebt 
solche hohle Gefä{se,_u1n sein bifschen Herz und Geist 
darein spenden zu könnenf") 
Und besonders auf die Frauen mag das Epigramm?) 
zielen: 
"Schüler macht sich der Schwärmer genug und rühret die Menge, 
Wenn der vernünftige Mann einzelne Liebende zählt. 
Wunderthätige Bilder sind meist nur schlechte Gemälde; 
Werke des Geists und der Kunst sind für den Pöbel nicht da." 
„Die Weiber, auch die gebildetsten, haben mehr 
Appetit als Geschmack," notiert aus Goethes Munde 
der etwas gallige Riemer, der allerdings gerade die 
Urteile über die Frauen noch versäuert zu haben 
scheintß) „Sie möchten lieber alles ankosten, es zieht 
sie das Neue an. Sie unterscheiden nicht zwischen 
dem, was anzieht, was gefällt, was man billigt; sie werfen 
das alles in eine Masse. Was nur nicht gegen ihren 
konventionellen Geschmack anstöfst, es mag noch so 
hohl, leer, seicht, schlecht sein: es gefallt. Es mifs- 
fällt ihnen aber oft etwas, was blofs gegen diese ihre 
Konvention anstöfst, sei es an sich noch so vortrefflich." 
,Was 
Weiber 
die 
hassen, 
und 
lieben 
Das wollen wir ihnen gelten lassen; 
Wenn Sie aber urteilen und meinen, 
Da will's oft wunderlich crscheinenf") 
1) 14.Juli x7g8.  
Januar l 804. Bicdermann I, 
Von 1790,  
 4) Gedichte 
 3) Zu Riemer, 
Zahme Xenien VI.
        

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