Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529073
Die 
Dilettanten. 
293 
hatten mit den Kindern zu thun und nahmen keinen 
Griffel mehr in die Hand. 
„D0ch unsere Dichterinnen," fuhr er seh1' lebhaft 
fort, "möchten immer dichten und schreiben, so viel 
sie wollten, wenn nur unsere Männer nicht wie die 
Weiber schrieben! Aber das ist es, was mir nicht 
gefällt. Man sehe doch nur unsere'Zeitschriften und 
Taschenbücher, wie das alles so schwach ist und immer 
schwächer wird!" 
Diesen selben Gedanken, dafs der Dilettantismus 
einen Mangel an Männlichkeit verrate, nahm Goethe 
sechs Jahre später wieder auf, als er mit Eckermann 
Kupferstiche betrachteteÄ) "Es Sind Wirklich gute 
Sachen," sagte er, "Sie sehen reine, hübsche Talente, 
die was gelernt und die sich Geschmack und Kunst 
in bedeutendem Grade angeeignet haben. Allein doch 
fehlt diesen Bildern allen etwas und zwar  das 
Männliche. Merken Sie Sich dieses Wort und unter- 
streichen Sie es. Es fehlt den Bildern eine gewisse 
zudringliche Kraft, die in früheren Jahrhunderten sich 
überall aussprach und die dem jetzigen fehlt, und zwar 
nicht blofs in Werken der Malerei, sondern auch in 
allen übrigen Künsten. Es lebt ein schwächeres Ge- 
Schlecht, von dem sich nicht sagen läfst, 0b es so ist 
durch die Zeugung oder durch eine schwächere Er- 
ziehung und Nahrung."  
Wie in ihren eigenen Arbeiten, so sind die Frauen 
auch in der Aufnahme fremder Kunstwerke dilettantisch, 
Spielerisch, schwächlich. Namentlich sie bilden das 
Eckermann, 
12 
Februar 
1831.
        

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