Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529050
Dilettanten. 
Die 
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Es gab Tage, wo Goethe sich nicht so sehr als 
Verteidiger der wahren Kunst gegen die Über- 
schwemmung des Pfuschertums fühlte wie damals zur 
Xenien-Zeit, und dann sprach er ganz freundlich zu 
Dilettanten und über Dilettanten. Ein solches Wort lautet: 
„Einem jeden Wohlgesinnten Deutschen ist eine ge- 
wisse Portion poetischer Gabe zu wünschen, als das 
wahre Mittel, seinen Zustand, von welcher Art er auch 
sei, mit Wert und Anmut einigermaßen zu uinkleidenfq) 
Dazu pafst dann das Wort: „Die Deutschen haben so 
eine Art Sonntagspoesie, eine Poesie, die ganz all- 
tägliche Gestalten mit etwas besseren Worten bekleidet, 
Wo denn auch die Kleider die Leute machen sollenfm) 
Und soweit der Dilettantismus eine Jugendkrankheit 
ist, entschuldigte er ihn mit dem Troste: "Die Zu- 
dringlichkeit junger Dilettanten mufs man mit Wohl- 
wollen ertragen; sie werden im Alter die wahrsten Ve1'- 
ehrer der Kunst und des Meisters."3) 
Zuweilen berührte Goethe auch das Verhalten des 
weiblichen Geschlechts zum Dilettantismus. Wo Frauen 
künstlerisch schaHten, erschienen sie ihm in der Regel, 
die allerdings von einigen Ausnahmen durchbrochen 
wurde, als Dilettantinnen, und zwar nannte er sie in 
ihrer besonderen Unterart "Undulistinnen", weil das 
Undeutliche, Verschwimmende bei ihnen häutig ist. 
"Recht sonderbar ist es, was die Frauenzimmer durchaus 
in der Kunst Undulistinnen sind," schreibt er an Meyerß) 
dem dieser goethische Ausdruck als Gegensatz zu den 
 
 Maximen und Reflexionen.  
vcmber 1811. Biedcrmann III, 33.  
flexionen.  4) 10. Mai 1799, Weim. 
2) Zu Ricmer, 21. N0- 
 3) Maximen und Re- 
Ausg. IV, I4, 87. 
19a:
        

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