Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529012
Dilettanten. 
Die 
287 
als Ziel ansieht, und hält sich berechtigt, von da aus. 
das Ganze zu beurteilen, hindert also seine Perfektibilität. 
Er setzt sich in die Notwendigkeit, nach falschen Regeln 
zu handeln, weil er ohne Regeln auch nicht dilettantisch 
wirken kann und er die echten objektiven Regeln nicht 
kennt. Er kommt immer mehr von der Wahrheit der- 
Gegenstände ab und verliert sich auf subjektiven In'- 
wegen. Der Dilettantismus nimmt der Kunst ihr Element 
und verschlechtert ihr Publikum, dem er den Ernst und 
den Rigorismus nimmt. Alles Vorliebnehmen zerstört 
die Kunst, und der Dilettantismtis führt Nachsicht und 
Gunst ein. Er bringt diejenigen Künstler, welche dem 
Dilettantismus näher stehen, auf Unkosten der echten 
Künstler in Ansehen." Die Dilettanten suchen den 
Künstler zu sich herabzuziehen, sie können keinen guten 
Künstler neben sich leiden. „Die Lust der Deutschen 
am Unsicheren in den Künsten kommt aus der Pfuscherei 
her; denn wer pfuscht, darf das Rechte nicht gelten 
lassen, sonst wäre er gar nichtsf") 
Für die einzelnen Künste ergeben sich noch be- 
sondere Übelstände. In der lyrischen Poesie sind "alle 
Dilettanten Plagiarii. Sie entnerven und vernichten jedes 
Original schon in der Sprache und im Gedanken, indem 
Sie es nachsprechen, nachäffen und ihre Leerheit damit, 
ausllicken. So wird die Sprache nach und nach mit 
zusammengeplünderten Phrasen und Formeln angefüllt, 
die nichts mehr sagen, und man kann ganze Bücher 
lesen, die schön stilisiert sind und gar nichts enthalten. 
Kurz, alles wahrhaft Schöne und Gute der echten Poesie 
 1) Dieser 
Reflexionen. 
letzte 
Satz 
ist 
8.115 
den 
IBCII 
Maxi 
und.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.