Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529005
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Goethes 
Ästhetik 
„Wie aber", fragte Eckermann, „s0ll man erkennen, 
dal's einer zur bildenden Kunst ein wahrhaftes Talent 
habe?" 
"Das wirkliche Talent," sagte Goethe, "besitzt einen 
angeborenen Sinn für die Gestalt, die Verhältnisse und 
die Farbe, so dafs es alles dieses unter weniger Anleitung 
sehr bald und richtig macht. Besonders hat es den 
Sinn für das Körperliche und den Trieb, es durch die 
Beleuchtung handgreiflich zu machen. Auch in den 
Zwischenpausen der Übung schreitet es fort und wächst 
im Innern. Ein solches Talent ist nicht schwer zu er- 
kennen, am besten aber erkennt es der Meister." 
Goethe 
fragt und antwortet einmal: 
„Wer uns am strengsten kritisiert? 
Ein Dilcttant, der sich resigniert." 
Da er an sich selber die schmerzliche Operation 
vorgenommen hat, den Glauben an sein Nlalertalent 
auszubrennen, so werden wir uns nicht wundern, wenn 
er gegen den Dilettantislnus bei Andern recht streng 
verfährt. Er hat mit Schiller viel über das Thema 
gesprochen und geschriebenf) und eine längere, 
schematisch gebliebene Arbeit "Über den sogenannten 
Dilettantismus oder die praktische Liebhaberei in den 
Künsten" ist uns als Folge dieser Diskussion überliefert. 
Ihre Summe ist diese: 
"Beim Dilettantismus ist der Schaden immer gröfser 
als der Nutzen." Denn erstens: „Der Dilettant über- 
springt die Stufen, beharrt auf gewissen Stufen, die er 
ihren 
Briefww 
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VOII 
1799-
        

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