Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1528970
Die 
Di 
lcttantcn. 
283 
Schmiercr; 
„An Schmierern fehlÜs nicht. nicht am Lob der 
Der rühmt sich selbst, den preiset ein Verleger, 
Der Gleiche den, der Pöbel einen Drittenf") 
ii 
Aber der Dilettantismus läfst sich doch auch freund- 
licher auffassen; Goethe selbst wollte ja nicht aus Eitel- 
keit noch Maler werden, da er schon ein berühmter 
Dichter und nebenbei ein hochgestelltei" Staatsbeainter" 
war. Das Produzieren oder Reproduzieren gehört mit 
zum lebhaften Aufnehmen von Eindrücken, es ist eine 
psychisoll-mechanische Reaktion. Schon bei Kindern 
gewahren wir sie; wenn sie Soldaten oder Seiltänzer 
sehen, wenn sie von Kriegsereignissen oder Indianer- 
thaten erfahren, so werden sie Soldaten oder Seiltänzei" 
oder Indianer spielen. Ähnlich verhält sich der Dilettant 
zu'den Künstenß) leider aber verwechselt er seinen 
Nachahmungstrieb oft mit schöpferischem Genie; er über- 
sieht, dafs er durch Kunstwerke zur Nachahmung und nicht 
von der Natur unmittelbar zur Produktion aufgefordert 
wurde. Vorläufig geniefst er, wie er durch seine eigenen 
Versuche den bewunderten Werken der grofsen Meister 
näher rückt. Als Goethe die Kilnststätten Roms (lurch 
wiederholtes Betrachten gut kennen gelernt hatte, fand 
er doch, wenn er sich mit T ischbein und anderen Malern 
verglich, "den Künstler beneidenswert, der durch Nach- 
bildung und Nachahmung auf alle Weise jenen grofsen 
Intentionen sich mehr nähert, sie besser begreift als 
der blofs Beschauencle und Denkendeßil) So hatte er 
1) Gedichte, Invcktiven, 'l"riumvirat.  e) Schriften 
Kunst. _Über den sog. Dilcttantismus 1799. Einleitendes 
Allgemeines.  3) ltal. Reise, I6 Februar 1787. 
über 
und
        

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