Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1528931
Die 
Dilettanten. 
279 
und anderer Werke, die der Musik so nahe verwandt 
erscheinen, auf dem Gebiete der Tonkunst sich höchstens 
als ein bescheidener Dilettant hätte versuchen könnenf) 
Die Zahl der Dilettanten ist wohl immer ein Hundert- 
faches von der Zahl der wirklichen Künstler, aber zu 
gewissen Zeiten schwillt sie in besorgniserregender Weise 
an. Goethe konnte das auf seinem eigensten Gebiete 
beobachten. In seiner Jugend war die deutsche Sprache 
ein schweres, rauhes, widerstrebendes Material, das zu 
poetischen Formen zu zwingen nur Wenige den Mut 
hatten; als aber Sprachmeister wie Klopstock und 
Wieland und nach ihnen Goethe und Schiller diese 
selbe deutsche Sprache gewissermaßen durchknetet und 
zum erstenmale in die zierlichsten Formen hineingedrückt 
hatten, war es Vielen leicht, ihnen zu folgen, und bald 
konnte man in kühner Übertreibung sagen: "die Sprache 
dichtet." „Es werden jetzt Produktionen möglich, die 
selber null sind, ohne schlecht zu sein: null, weil sie keinen 
Gehalt haben, nicht schlecht, weil eine allgemeine 
Form guter Muster den Verfassern vorschwebtf") „Die 
deutsche Sprache ist auf einen so hohen Grad der 
Ausbildung gelangt, dafs einem Jeden gegeben ist, 
sowohl in Prosa als in Rhythmen und Reimen sich, 
dem Gegenstande wie der Empfindung gemäfs, nach 
seinem Vermögen glücklich auszudrücken. Hieraus er- 
l) Über Goethes Stellung zur Musik sind besonders seine 
Briefe mit Zelter zu vergleichen, z. B. vom 29. Mai 1801, 
I9. Juni 1805; ferner an Karl August, IO. August 1805, an 
Fricderike Helene Unger, 13.Juni 1796 u. s. w.  2) Maximen 
und Reflexionen.
        

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