Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1528928
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mthes 
Ästhetik. 
empfand es wohl mit Rührung, dafs er, der er in seiner 
Kindheit in Frankfurt den Wunderknaben Mozart gehört 
hatte, in alten Tagen noch dem neuen Wunderknaben 
Felix Mendelssohn lauschen durfte, noch dazu in seinem 
eigenen Zimmer, an seinem selten erklingenden Flügel, 
aber von dem erhabenen musikalischenßchaffen zwischen 
diesen beiden Tagen  1763 und 1821  hatte er 
doch keine rechte Vorstellung. Mozart konnte er zwar 
genießen, gern hätte er gesehen, wenn der Schöpfer 
des ,Don juan" die Musik zu seinem ,Faust' hätte 
hinzudichten können, aber Männer wie Beethoven und 
Schubert blieben ihm innerlich fremd, ihr Durch- 
komponieren von seinen Liedern empfand er gar als einen 
Fehler,') durch den der lyrische Charakter aufgehoben 
werde. Und doch hat er an theoretisches Musik- 
studium manche Stunde gewandt, hat sich von NIendels- 
sohn, Inspektor Schütz und Anderen die Entwickelung 
der Musik vorspielen lassen, hat Zelter und sonstige 
Kenner oft um Auskunft und Belehrung gebeten. Auch 
kann sein musikalisches Gehör nicht so mangelhaft 
gewesen sein, wie er selbst vorhin aussprach, da doch 
ein Teil der Kompositionen  feierlich-erhabene Weisen 
einerseits und anfeuernde, fröhlich strömende Melodieen 
andrerseits  ihm ins Innere drangen und ihm lieb 
wurden?) Den dämonischen Charakter der Musik, wo- 
durch sie die Poesie noch übertreffe, hat er "selbst 
empfunden und ausgesprochen?) Aber auch hier ist 
es deutlich, dafs der Dichter des ,P"ischert, des ,Tasso' 
I) Annalen ISOI. 
I 788. Unterhaltungen 
8. März 1831. 
 2) Ital. Reise, Bericht über Februar 
mit v. Müller 1826.  3) Eckermann,
        

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