Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1528912
Die 
Dilettanten. 
277 
hatte eine wohlklingende Stimme, er las sehr gern und 
sehr gut vor, deklamierte ausdrucksvoll, er unterrichtete 
auch ebenso gern wie geschickt in der Kunst des 
Rezitators und des Schauspielers. Aber wir lesen nie, 
dafs er selber sang oder ein Instrument zu meistern 
versuchte, nur als Knabe hat er das Klavierspiel ein 
wenig getrieben. Als „Ton- und Gehörloser" spricht 
er zu Zelter 1820 das resignierte Wort: „Ich weifs recht 
gut, dal's mir- deshalb ein Drittel des Lebens fehlt, aber 
man mufs sich einzurichten wissen." Er suchte dennoch 
die Musik zu begreifen und verdankte ihr trotz seiner 
Mängel vielen Genufs. Die musikalische Sintflut von 
heute war zu seiner Zeit noch in den ersten Anfangen; 
Goethe half erst nochf) die uns selbstverständlich 
gewordene Trennung von Schauspiel und Oper auf 
dem Theater herbeizuführen; er half, ein erstes kleines 
"Singechor" in Weimar zu schaffen, als die Bürger noch 
nicht an Gesangvereine dachten; er mufste sich noch 
bemühen, dafs brauchbare Instrumente und Notenhefte 
in seine Residenz kamen. Gelegenheit, gute Musik zu 
hören, hat er, im Vergleich zu uns Heutigen, wenig 
gehabt; er hat es selber manchmal beklagt, namentlich 
wenn Freund Zelter von seinen Oratorienaufführungeir 
in der Berliner Singakademie berichtete; besonders aber 
hat er oft bedauert, dafs er nie einen hervorragenden 
Komponisten als nahe wohnenden Freund bei seiner 
Arbeit beobachten konnte, denn erst, was er entstehen 
sah, glaubte er verstehen zu können. Wir wissen heute, 
welche bleibenden Werke deutscher Musik in Goethes 
langer Lebenszeit an das Licht traten; Goethe selbst 
1808, 
die 
über 
Briefe 
die 
damalige 
Thcaterkrise.
        

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