Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1528873
Krilisieren. 
Das 
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Anderes wird auf Hoffnung hingeschrieben und ge- 
druckt. Die Gegenwart stimmt selten zum Gegen- 
wärtigen. Was neben einander existiert, scheint nur 
zum Streite berufen zu sein. Für einen Autor ist es 
darum eine tröstliche Aussicht, dafs alle Tage neue 
künftige Leser geboren werden." n 
Und gegen einen Anderenl) fäihrt er im Thema fort: 
"Die Deutschen haben die eigne Art, dafs sie nichts 
annehmen können, wie man's ihnen giebt; reicht man 
ihnen den Stiel des Messers zu, so finden sie ihn nicht 
scharf; bietet iman ihnen die Spitze, so schreien sie über 
Verletzung. Sie haben so unendlich viel gelesen und 
für neue Formen fehlt ihnen die Empfänglichkeit. Erst 
wenn sie sich mit einer Sache befreunden, dann sind sie 
einsichtig, gut und wahrhaft liebenswürdig." 
,Xicmand 
soll 
herein 
ICIIIICH 
Auch mit den besten Gaben; 
Sollerfs die Deutschen erkennen, 
S0 wollen sie Zeit habenfß) 
„Wie es die Welt jetzt treibt," klagt der altersmiide 
Dichter gegen Zelter,3) „mufs man sich immerfort sagen 
und wiederholen, dafs es tüchtige Menschen gegeben 
hat und geben wird, und solchen mufs man ein schrift- 
liches gutes Wort gönnen und auf dem Papier hinter- 
lassen." Es ist einmal das Los des Künstlers, der seiner 
Zeit voraus war, dztfs sein Werk erst dann nach Gebühr 
aufgenommen wird, wenn sein Leib längst von der Erde 
rverschwunden. 
1) Brief an C. 
Zahme Xenien.  
W. Bode, Goethes 
L. v. Woltmann, 5. Februar 1813. 
 3) Brief vom I. November 1829. 
Ästhetik. 18
        

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