Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1528780
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Goethes 
Ästhetik. 
der berühmte Dichter plötzlich auch bei ihnen auftauchte. 
Es giebt nun aber unruhige Autoren die nicht in der Schub- 
lade liegen bleiben wollen, in die man sie bei ihrem 
ersten Auftreten gethan, sondern immer wieder neue, 
unbefangene Prüfung verlangen. Und Goethe sagt 
geradezul): 
„Die gröfste Achtung, die ein Autor für sein 
Publikum haben kann, ist, dafs  er niemals etwas 
bringt, was man erwartet, sondern was er selbst, auf 
der jedesmaligen Stufe eigner und fremder Bildung, für 
recht und nützlich hält." 
Auch dafs man ihn immer wieder mit Schiller 
verglich, dafs man sich eifrig darüber stritt, wer von 
beiden der gröfsere Dichter sei, kam ihm unendlich 
thöricht vor. Schon in Rom hatte er die Sorte 
Litteratoren kennen gelernt, die ihren bescheidenen 
Geist an solchen überflüssigen Disputationen vergeudete?) 
"Kaum hatte man von nationaler Dichtung zu sprechen 
angefangen und sich über ein und anderen Punkt zu 
belehren gesucht, so mufste man unmittelbar und ohne 
weiteres die Fragen vernehmen, ob man Ariost oder 
Tasso, welchen von beiden man für den gröfsten 
Dichter halte. Antwortet man, Gott und der Natur sei 
zu danken, dafs sie zwei solche vorzügliche Männer 
einer Nation gegönnt, deren jeder uns, nach Zeit und 
Umständen, nach Lagen und Empfindungen, die 
herrlichsten Augenblicke verliehen, uns beruhigt und 
entzückt  dies vernünftige Wort liefs niemand gelten. 
Nun wurde derjenige, für den man sich entschieden 
 
 
Maximen 
und 
Reßexionen. 
Reise, 
Ital. 
Rom, 
Mai.
        

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