Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1528695
Kritisieren. 
Das 
zss 
Der Mangel an Bescheidenheit, der zum Geschäft 
des Kritikers zu gehören scheint, zeigt sich oft auch 
als Einseitigkeit, als Anwendung einer bestimmten 
Schablone; je nachdem etwas da hinein pafst oder 
nicht pafst, passiert es oder wird es verworfen. Von 
einem seiner hervorragendsten Zeitgenossen sagte Goethe 
18271): 
„Es ist nicht zu leugnen, Schlegel weifs unendlich 
viel, und man erschrickt fast über seine aufserordent- 
lichen Kenntnisse und seine grofse Belesenheit: Allein 
damit ist es nicht gethan. Alle Gelehrsamkeit ist noch 
kein Urteil. Seine Kritik ist durchaus einseitig, indem 
er fast bei allen Theaterstücken blofs das Skelett der 
Fabel und Anordnung vor Augen hat und immer nur 
kleine Ähnlichkeiten mit grofsen Vorgängern nachweist, 
ohne sich im mindesten darum zu bekümmern, was der 
Autor uns von anmutigem Leben und Bildung einer 
hohen Seele entgegenbringt. Was helfen aber alle 
Künste des Talents, wenn aus einem Theaterstücke uns 
nicht eine liebenswürdige oder grofse Persönlichkeit des 
Autors entgegenkommt, dieses Einzige, was in die 
Kultur des Volkes übergeht! In der Art und Weise, 
wie Schlegel das französische Theater behandelt, linde 
ich das Rezept zu einem schlechten Rezensenten, dem 
jedes Organ für die Verehrung des Vortrefflichen 
mangelt, und der über eine tüchtige Natur und einen 
grofsen Charakter hingeht, als wäre es Spreu und 
Stoppel." 
Denselben Kritiker betraf Goethe auch einmal bei 
dem gleichfalls häufigen Vergehen, ein Werk .nicht nach 
Eckermann, 
März 
1327-
        

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