Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1528658
Das 
Kritisieren. 
251 
Riemerf) "da einmal ein alter Hut, und dort ein paar 
Schuhe, und dort ein Lappen von einem Rock, den er 
einmal getragen." Oder es kam ihm wieder der 
Vergleich mit Tieren, die sich häuten oder mausern. 
„Sic zerren an der Schlangcnhaut, 
Die jüngst ich abgelegt. 
Und ist die nächste reif genung, 
Abstrcif' ich die sogleich 
Und wandle neubelcbt und jung 
Im frischen Götterreich." 
"Es giebt überhaupt nichts Dümmeres," sagte Goethe 
in seinen letzten jahrenß) "als einem Dichter zu sagen: 
Dies hättest du müssen so machen, und dieses so! 
Ich spreche als alter Kenner. Man wird aus einem 
Dichter nie etwas Anderes machen. als was die Natur 
in ihn gelegt hat. Wollt ihr ihn zwingen, ein Anderer 
zu sein, so werdet ihr ihn vernichten." 
Aber hat nicht Goethe selbst in jungen und alten 
Tagen Rezensionen geschrieben? War er nicht einige 
Male bei läritischen Zeitschriften als Mitherausgeber 
beteiligt? Nun, einen grofsen Raum nehmen die Stellen, 
wo er kritisiert, in seinen gesammelten Werken nicht 
in Anspruch, seine Rezensionen waren zumeist Anzeigen, 
Hinweise auf Vortreffliches, noch nicht genugsam Be- 
kanntes, und wie er jedem Anfänger einen Meister 
gönnte, so hatte er in alten Tagen zweifellos das Recht, 
den nach ihm Kommenden aus seiner Erfahrung her- 
1) Biedermann II, 209.  2) Zu Eckermann, 
1830, als der ,Temps' den ,Gustav Waszü von 
sprechen hatte. 
14. Februar 
Arnault bc-
        

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