Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1526300
Goethes 
ÄÄsthcli 
gehalten werden, so glaubt man auf einmal eine alte 
gewirkte Tapete zu sehen, aber recht gut gezeichnet 
und ko10riert.. . Der Doge ist ein gar schön ge- 
wachsener und schön gebildeter Mann  . . Etwa fünfzig 
Nobili in langen und dunkelroten Schleppkleidern waren 
mit ihm, meist schöne Männer, keine einzige vertrackte 
Gestalt, mehrere grofs mit grofsen Köpfen, denen die 
blonden Lockenperiicken wohl ziemten, vorgebaute 
Gesichter, weiches, weifses Fleisch, ohne schwammig 
und widerwärtig auszusehen, vielmehr klug, ohne An- 
strengung, ruhig, ihrer selbst gewifs, Leichtigkeit des 
Daseins und durchaus eine gewisse Fröhlichkeit. Wie 
sich alles in der Kirche rangiert hatte und das Hochamt 
anfing, zogen die Brüderschaften zur Hauptthüre herein 
und zur rechten Seitenthüre wieder hinaus, nachdem 
sie, Paar für Paar, das Weihwasser empfangen und sich 
gegen den Hochalter, den Dogen und den Adel geneigt 
hatten." 
Unserm nordischen Flüchtlinge kamen hier natürlich 
Vergleiche mit dem nüchternen Deutschland. „Bei 
uns, wo alle Feierlichkeiten kurzröckig sind und wo die 
gröfste, die man sich denken kann, mit dem Gewehr 
auf der Schulter begangen wird, möchte so etwas 
nicht am Orte sein. Aber, dachte er weiter, hierher 
gehören diese Schleppröcke, diese friedlichen Be- 
gehungen." Und Goethe liebte sein Leben lang solche 
Feste, Aufzüge und Maskenspiele; er fügte sie gern in 
seine Dichtungen hinein und verbrachte manchen "Tag, 
um sie für seine Umgebung auszudenken und vor- 
zubereiten.
        

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