Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1528633
Kritisicrcn. 
Das 
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von einander hauen und alle sogleich wieder hergestellt 
sich mit Vater Odin wieder zu Tische setzenf") 
In Frankreich mag eine boshafte und witzige Kritik 
auch dem Vorzüglichen recht gefährlich sein, „in Deutsch- 
land haben sich vor der persönlichen Satire nur die 
Anmafslichlaeit und das Scheinverdienst zu fürchten. 
Alles Echte, es mag angefochten werden, wie es will, 
bleibt der Nation im Durchschnitt wert, und man wird 
den gesetzten Mann, wenn sich die Staubwolken ver- 
zogen haben, nach wie vor auf seinem Wege gewahr". 
Goethe hatte schon als junger Mann eine Schule 
der Abhärtung (lurchgemacht, da sein ,Werther' alle Welt 
zu einem Urteil aufregte und auch jedes neue Werk 
derartig empfangen wurde, dafs es im Dichter neue 
Gleichgültigkeit gegen seine selbsternannten Richter nach 
_ sich zog. Zu Eckermann sagte er 18252): „Sch0n an 
meinem ,Werther' tadelten sie so viel, dafs, wenn ich 
jede gescholtene Stelle hätte tilgen wollen, von dem. 
ganzen Buche keine Zeile geblieben wäre. Allein aller 
Tadel schadete mir nichts, denn solche subjektiven 
Urteile einzelner, obgleich bedeutender Männer stellten 
sich durch die Blasse wieder ins Gleiche." 
In poetischer Übertreibung lesen wir das Gleiche in. 
den ,Zahmen Xenienü 
"Hält? ich gczaudert zu werden, 
Bis man mir's Leben gegönnt, 
Ich Wäre noch nicht auf Erden, 
Wie ihr begreifen könnt, 
Wenn ihr seht, wie sie sich gebärden, 
Die, um etwas zu scheinen, 
Mich gerne möchten verneinen." 
1) An F. H. jacobi, 26. Dezember 1796, XVeim. 
204.  2) 12, Mai. 
W
        

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