Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1528628
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Goethes 
Ästhetik. 
Und 
Und 
rannten hin und wieder, 
stiefsen einander an; 
in die Glieder, 
Frost gewannf 
Das fuhr mir 
Dafs ich den 
Als nun der Dichter ein energisches: „Hinaus, ihr" 
Narren!" ruft, fallen sie draufsen natürlich erst recht 
über ihn her, sie "quarken ihn an"; er aber tröstet 
sich, dafs es immerhin besser sei, wenn die Unholde- 
ihr Wesen draufsen treiben als in seinem Hause. Das 
englische Sprichwort „Mein Haus, meine Festung" war 
so recht nach Goethes Sinn; er verstand es meisterhaft, 
gegen die verschiedensten Plagegeister die Thore ver- 
schlossen und die Fallbrücken aufgezogen zu halten. 
„Es ist lustig zu sehen," schreibt er 1796 an Schiller, 
„wie wenig sie auch nur ahnen, in welcher unzugäng- 
lichen Burg der Mensch wohnt, dem es nur immer Ernst 
um sich und die Sachen ist." Und ein andermal äufsert 
er zum Kunstfreunde Meyer, als von den sehr ver- 
schiedenartigen Urteilen über den ,Wilhelin Meisten die 
Rede ist: "Man glaubt manchmal, man höre den Sand 
am Meere reden", oder er ruft gegen Schiller aus: 
„Möchte bei solchen Äufserungen nicht die Hippokrene 
zu Eis erstanen und der Pegasus sich mausenlt") Aber 
er weifs auch, (lafs all dies Nörgeln und Herunterreifsen 
nichts als ein böser Traum des Dichters ist; das Echte 
kann von den Kritikern immer nur scheinbar abgethan 
werden. "Das ganze Schriftsteller- und Rezensentenwesen 
ist doch immer nur de1n fabelhaften Geisterstreite gleich, 
wo die gebeinlosen Heroen sich zur Lust in der Mitte 
1) An Schiller, 
zember 1796. 
November 
1796, 
an 
Meyer,
        

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