Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1528580
Das 
Kritisieren. 
Die Kritiker sind gerade diejenigen, für die das Kunst- 
werk nicht bestimmt ist, und deshalb sind gerade 
ihre Urteile von geringem Wert. Denn unter Kritisieren 
verstehen wir doch gerade eine Thatigkeit des Geistes, 
die mit dem Produzieren und Reproduzieren von Schön- 
heiten nichts gemein hat; eine Thatigkeit, die dem 
Schaffen, wie dem Geniefsen gleich feindlich ist; es ist 
kein Erbauen, sondern ein Einreifsen und Zerreifsen. 
Die Ausdehnung und Verallgemeinerung des Kritisierens 
ist eine krankhafte Begleiterscheinung ungesunder Über- 
kulturen. „Die Kritik ist eine blofse Angewohnheit der 
Modernen," sagte Goethe im Alter zum Kanzler 
v. MüllerÄ) „Was will das heifsen? Man lese ein Buch 
und lasse es auf sich einwirken, gebe sich dieser Ein- 
wirkung hin, so wird man zum richtigen Urteil darüber 
kommen." Schon als Jüngling hatte er ein gesundes 
Mifstrauen gegen alles Rezensentenwesen. Er zogimmer 
vor, von einem Autor zu erfahren, wie er dachte, als 
von einem Andern, wie der Autor hätte denken sollen?) 
1) II. Juni 1822, Biedermann IV 
Leben 1v, 16. 
156. 
meinem 
Aus
        

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