Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1528547
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Goethes 
Ästhetik. 
italienischen Meisters, den Knaben Jesus clarstellend im 
"Tempel unter den Schriftgelehrten. Daneben zeigte er 
ihm einen Kupferstich, der nach dem ausgeführten 
Bilde gemacht war, und man konnte viele Betrachtungen 
anstellen, die alle zu gunsten der Handzeichnung hinaus- 
liefen. 
"Ich bin in dieser Zeit so glücklich gewesen," sagte 
Goethe, "viele treffliche Handzeichntingen berühmter 
Meister um ein Billiges zu kaufen. Solche Zeichnungen 
sind unschätzbar, nicht allein weil sie die rein geistige 
Intention des Künstlers geben, sondern auch weil sie 
uns unmittelbar in die Stimmung versetzen, in welcher 
der Künstler sich in dem Augenblick des. Schaffens 
befand. Aus dieser Zeichnung des jesusknaben im 
Tempel blickt aus allen Zügen grofse Klarheit und 
heitere stille Entschiedenheit im Gemüte des Künstlers, 
welche wohlthätige Stimmung in uns übergeht, sowie 
wir das Bild betrachten." 
Auch an den niederländischen Gemälden bewahr- 
heitete sich nach Goethes Ansicht T ischbeins Bemerkung, 
"dal's die Hüchtigsten Bilder oft die glücklichsten Ge- 
dankenhaben. 1) Es schien ihm, dals die Gewissenhaftigkeit 
der Künstler, dem Liebhaber und Kenner etwas voll- 
kommen Würdiges überliefern zu wollen, den Aufdug 
des Geistes einigermaßen beschränke, dahingegen eine 
geistreich gefafste, flüchtig hingeworfene Skizze das. 
eigenste Talent des Künstlers offenbare." 
Den 
Kopien 
Kennern ist es ferner eigen, clafs sie von den 
zu den Originalen steigen, wobei die Freude 
Annalen 
1806.
        

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