Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1528531
Das 
Genießen 
Kunstwerke. 
der 
239 
Auch die Malerin Angelika Kaufmann rühmte er als. 
Lehrerin und er begleitete sie gern in die römischen 
Galerien. „Mit Angelika ist es gar angenehm, Gemälde zu 
betrachten, da ihr Auge sehr gebildet und ihremechanische 
Kunstkenntnis so grofs ist. Dabei ist sie sehr für alles. 
Schöne, Wahre, Zarte empfindlich und unglaublich be- 
scheidenf") Dagegen spottet er über jene andern 
Kenner, die nur immer stritten, ob Rafael oder Michel 
Angelo gröfser sei.  
Welche Genüsse hat denn nun der Kenner für sich 
allein? Einige Beispiele giebt uns Goethe. Der Kenner 
beobachtet das Wachsen und Lernen eines Künstlers. 
an seinen Werken und freut sich jeden Fortschritts. 
S0 hat Goethe beobachtet, wie bei den päpstlichen 
Teppichen Rafael dasselbe Thema zweimal behandelt 
und bei einer zweiten Behandlung Veränderungen und 
Steigerungen zu bewirken gewufst hat. Unser Dichter 
fügt hinzu: "Bekennen wir, dafs ein solches Studium 
uns zu den schönsten Freuden eines langen Lebens 
gedient hatfm) Ebenso sieht der Kenner, wie die 
einzelnen grofsen Künstler ihre Vorläufer übertroffen 
haben, und auch da bewundert er Leistungen, die der 
Laie gar nicht bemerken kann. Er geniefst in manchen 
Fällen auch die Absicht des Künstlers, wo sie gar nicht 
vollständig verwirklicht wurde. Skizzen und Hand- 
zeichnungen sind deshalb bei Kennern besonders be- 
liebt. Goethe zeigte Eckermanni!) den Entwurf eines 
1) Ital. Reise, 27. 
,Päpst1iche Teppiche". 
Juli 
 3) 
1787. 
5- Juli 
 2) 
1827. 
Reise, 
Nachtrag
        

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