Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1528410
Das 
Gcxliefscn 
der Kunstwerke. 
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Stil der Plastik, und in 
ich mich beüeunet." 
weniger 
als 
einer 
Stunde fühlte 
Solches geduldige Warten auf allmähliches Wirken 
verborgener Schönheit setzt allerdings einen so guten 
Willen voraus, dafs man ihn fast eine Vorweggenommene 
Begeisterung nennen möchte. Und Goethe verlangt 
diese in der That, „denn die Kunst überhaupt, besonders 
aber die der Alten, läfst sich ohne Enthusiasmus weder 
fassen noch begreifen. Wer nicht mit Erstaunen und 
Bewunderung anfangen will, der findet nicht den Zu- 
gang in das innere Heiligtumf") "Der Kopf fafst kein 
Kunstprodukt, als nur in Gesellschaft mit dem Herzenfw) 
Die Kunst verlangt also Glauben und Liebe wie die Religion. 
Wer als Goldschmied zu Ephesus Gestalten zu bilden 
hatte, mufste dem formlosen Gotte der neuen Sekte 
seinen Glauben „Gr0fs ist die Diana der Epheser!" 
entgegenrufen, und der Neuere, der an solche antiken 
Kunstwerke herantritt, mufs Gröfse in ihnen erwarten?) 
Alles Aufnehmen der Kunst mufs eben in wörtlichenm 
Sinne "erbaulich", konstruktiv sein. Wenn ein Aus- 
länder in unserer Sprache sich uns verständlich zu 
machen sucht, so helfen wir ihm ; wir suchen zu er- 
raten, was er sagen möchte. Auch dem Künstler 
sollen wir helfen; auch von ihm dürfen wir uns nicht 
abwenden, wenn er einmal nur stammelt, statt flüssig zu 
reden, denn dafs er hinter seinem Ideale zurückbleibt, 
1) Rede auf Wieland, 1813.  2) Ar! 501111181", 1796.  
a) Vgl. Goethes Gedicht ,Grofs ist die Diana der Epheser" und 
seinen Brief an Jacobi (1812), worin er auf dessen Schrift ,von 
den göttlichen Dingen' antwortet.
        

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